Am gestrigen Sonntag verlor die SGHU mit 3:1 bei der SG Johannesberg, dem derzeitigen Tabellenführer der Verbandsliga Nord. Trotz vieler Ausfälle stand eine gute und vor allem willige SGHU auf dem Platz in Johannesberg.

Das Geläuf machte es beiden Mannschaften von Beginn an schwer. Der Platz war sehr seifig und durch das vorherige Spiel der zweiten Mannschaft der SG Johannesberg bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Zustand des Platze spielte der SGHU jedoch auch in die Karten, denn es war von Anfang an klar, dass es hier nur über den Kampf gehen würde. Die erste Phase des Spiels war für die Zuschauer beider Seiten interessant. Beide Mannschaften versuchten mit dem Boden klarzukommen und suchten dabei meist kurze Passwege. Dabei ging es hin und her und das Spiel war durch viele Tempoläufe geprägt. Lediglich eine nennenswerte Torraumszene gab es in den ersten zwanzig Minuten. Kapitän Zeller bediente den auf außen startenden Löbig, der jedoch aus spitzem Winkel am Tor der SGHU vorbeischoss. Die erste gute Chance für die SGHU hatte Nico Siebert nach circa 25 Minuten. Siebert trieb den Ball durch das Mittelfeld und sah, dass SG-Torwart Hofacker zu weit vor dem Tor stand. Mit einem gut platzierten Heber konnte Siebert aus knapp 35 Metern fast das 1:0 erzielen. Doch Hofacker bekam im letzten Moment die Fingerspitzen an den Ball und lenkte ihn so knapp am Tor vorbei. Die SGHU stand in dieser Phase sehr gut. Aggressiv und mit viel Wille ging es in die Zweikämpfe. Bemerkenswert war die Geschlossenheit, die das Team in den Zweikämpfen und in der Kommunikation zeigte. Doch nach 30 Minuten verlor die SGHU im zentralen Mittelfeld etwas den Zugriff. Man verteidigte in dieser Phase insgesamt zu ängstlich. Nachdem Calin aus spitzen Winkel von der rechten Seite abzog, stand Seeger goldrichtig und konnte den Ball mit der Brust abwehren. Doch kurz darauf, in der 34. Spielminute war es dann Calin auf Vorlage von Mosch, der die Johannesberger in Führung brachte. Der Angriff war sehr gut gespielt und bei diesen Bodenverhältnissen schwer für die SGHU zu verteidigen. Torwart Seeger war machtlos, da Calin den Ball unter die Latte haute. Man merkte die Verunsicherung nun der jungen SGHU an. So kam es kurz darauf, in der 35. Spielminute zum 0:2. Erneut wurde im Mittelfeld nicht konsequent genug verteidigt, so dass Zeller den Ball auf die linke Seite zu Lembach spielen konnte. Lembach ging Richtung Grundlinie und schlug den Ball dann scharf in die Mitte. In der Mitte setzte sich Calin glücklich gegen Hofmeyer durch. Calin streifte den Ball mit dem Knie und von da aus ging er an Hofmeyers Bein. Seeger hatte keine Chance, den abgefälschten Ball zu halten. Somit lag die SGHU nach zunächst guter Leistung mit 0:2 zurück. Lediglich eine gute Chance war noch in Halbzeit 1 für die Johannesberger zu verbuchen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hielt Seeger stark gegen Gjocaj, der nach einem steilen Pass aus zentraler Position abschloss.

In der Halbzeitpause war Trainer Siemers nicht begeistert über die zwei direkt hintereinander gefallenen Gegentore. Ansatzpunkt in der Halbzeit war zunächst das zentrale Mittelfeld, da man dort keinen Zugriff mehr nach 30 Minuten bekam und dies die Gegentore einleitete. Doch auch das Spiel nach vorne war Thema in der Kabine.

Bei immer schlechter werdenden Platzverhältnissen ging es in Halbzeit 2. Von Beginn an spielte die SGHU mutiger und die Systemumstellung fruchtete. In der 51. Spielminute konnte Jonas Hampe den 1:2 Anschlusstreffer für die SGHU erzielen. Eigentlich wollte Hampe den Ball in die Mitte flanken, doch der Ball rutschte ihm vom Fuß und ging Richtung Tor. Torhüter Hofacker patzte und der Ball rutschte ihm durch die Beine. Nun war die SGHU wieder dran, doch die Johannesberger legten eine Schippe drauf und bestimmten zunächst wieder das Spiel. Die SGHU stand tief, aber sicher. Nach dem glücklichen Anschlusstreffer hatte auch die Heimmannschaft etwas Glück in der 59. Minute. Gjocaj spielte den Ball quer über das Feld. Zwischenzeitlich passierte der Ball zwei SGHU Verteidiger, die jedoch nicht effektiv klären konnten. Am zweiten Pfosten fehlte die Zuteilung und so nahm Jonas Lembach den Ball nahezu ungestört mit in den 16er und ließ Seeger im 1 gegen 1 keine Chance. Ein guter Zeitpunkt für die Johannesberger, um auf 1:3 zu stellen, denn die SGHU war im Aufwind. Doch wer dachte, die SGHU bricht jetzt zusammen, der lag falsch. Mit Mut, Cleverness und Aggressivität spielte die SGHU weiter. Nach vorne präsentierte man ansehnliche Spielzüge und nach hinten stand man kompakt. Einziges Manko, die Bälle in den tiefen Raum kamen nicht an und somit konnte man Torhüter Hofacker nicht unter Bedrängnis bringen. Die Johannesberger konnten durch ihre schnellen Außen und ihren starken Kapitän für Gefahr sorgen. Aber die Verteidigung um Hofmeyer und Mirwald machte einen sehr guten Job und hielt so vieles von Torhüter Seeger weg, der viel Sicherheit für seine Vorderleute ausstrahlte. In der Schlussphase stellte die SGHU nochmals offensiver um, doch ernsthafte Chancen entstanden dabei nicht, da immer wieder die letzten Bälle, durch die schwierigen Verhältnisse und durch die sinkende Kraft, aufgrund des hohen Einsatzes, nicht an den Mann kamen. Die Johannesberger versuchten ihr Glück weiterhin durch Konter, kamen jedoch nur noch zu einem gefährlichen Distanzschuss, den Seeger sicher parierte.

Insgesamt geht die Niederlage in Ordnung, aufgrund des hohen Einsatzes und der doch hohen Spielanteile der SGHU ist das Ergebnis vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen. Die SGHU kann aber auf viele Dinge der zweiten Halbzeit aufbauen. Gerade das Umschaltspiel, sowohl offensiv als auch defensiv, der gezeigte Einsatz und die Geschlossenheit stachen hervor. Die Mannschaft präsentierte sich insgesamt sehr gut, beachtet man die Umstände.

Trotz des Personalengpasses versucht die SGHU am kommenden Samstag, dem letzten Spiel der Hinrunde für die SGHU (Am letzten Spieltag der Hinrunde ist die SGHU spielfrei), nochmals Punkte nach Nordhessen zu entführen. Um 14:30 Uhr tritt dann die SGHU in Bad Soden-Salmünster, einem gut positionierten Mitaufsteiger (6. Platz), an. Auch im letzten und gleichzeitig weitesten Auswärtsspiel der Hinrunde freut sich die Mannschaft über die zahlreiche Unterstützung der Fans, die auch das Spiel in Johannesberg lautstark begleiteten und so die Mannschaft stärkten.